Religiöse Bildung für nachhaltige Entwicklung

Das Projekt „rAuszeit“

Altersangabe ab 10. Klasse

Kaum ein gesellschaftliches Problem beschäftigt unsere Schüler:innen so sehr wie das Thema Nachhaltigkeit. Der Religionsunterricht beteiligt sich seit Jahren aktiv an dieser Querschnittsaufgabe der Schulen.

Welchen Text, diesen:

Dank zahlreicher Angebote wissen Schüler:innen über Nachhaltigkeitsthemen auf der theoretischen Ebene schon gut Bescheid. Das Projekt „rAuszeit“ lädt dazu ein, nachhaltiges Handeln ganz praktisch werden zu lassen. Die Schüler:innen lernen nachhaltige Handlungsweisen kennen und fragen nach deren Verankerung in verschiedenen Religionen.Das ist ein Abenteuer und dient nicht nur dazu, der Um- und Mitwelt etwas Gutes zu tun, sondern auch zu hinterfragen, welches Verhalten einem selbst eigentlich guttut. Gemeinsam stellen wir uns die Frage „Was brauchen wir wirklich für ein gutes Leben?“ Dazu werden zum Beispiel gemeinsame Tage abseits des Konsumalltags in der Natur verbracht.

Oder diesen?

Im Religionsunterricht gib es – ebenso wie in anderen Fächern – bereits viele tolle Angebote, die über Nachhaltigkeitsthemen informieren. Oft wissen Schüler:innen auf der theoretischen Ebene schon gut Bescheid. Das Projekt „rAuszeit“ lädt dazu ein, nachhaltiges Handeln ganz praktisch werden zu lassen. Die Schüler:innen lernen konkrete nachhaltige Handlungsweisen kennen, die Spaß machen und leicht im eigenen Alltag umgesetzt werden können. Das ist ein Abenteuer und dient nicht nur dazu, der Um- und Mitwelt etwas Gutes zu tun, sondern auch zu hinterfragen, welches Verhalten einem selbst eigentlich guttut. Gemeinsam stellen wir uns Fragen wie „Wie wollen wir leben?“ und „Was brauchen wir wirklich?“ Das Ziel des Projekts ist es, den Schüler:innen einen suffizienten Lebensstil nahezubringen und den Fokus auf die Dinge zu legen, die uns wirklich glücklich machen –nach dem Prinzip „weniger konsumieren und dafür besser leben“.

rAus in die Natur!

Eine gute Möglichkeit, eine nachhaltige Lebensweise zu erproben, bieten Tage, die (abseits des Konsumalltags) gemeinsam in der Natur verbracht werden. Insbesondere hierbei beziehen wir auch Studierende in das Projekt mit ein, die Schüler:innen und Lehrkräfte bei Naturunternehmungen begleiten und diese mitdenken oder evaluieren. Wir laden interessierte Studierende ein, sich im Rahmen eines Honorarvertrags einzubringen.

Liebe:r Student:in,
wir freuen uns über Dein Interesse am Projekt „rAuszeit“ und wählen für die Anrede gleich einmal das „erlebnispädagogische Du“:

Seit der UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung von Rio 1992 ist der Weltgemeinschaft klar: Eine Wende kann nur mit einer hochwertigen Bildung für nachhaltige Entwicklung gelingen! Seitdem ist viel passiert – aber noch nicht genug. Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt die junge Generation so sehr wie kaum ein anderes gesellschaftliches Problem. Schüler:innen sind sich der Verantwortung des Menschen für seine Umwelt bereits ab dem Grundschulalter bewusst. Gleichzeitig besteht oft Hilflosigkeit bei der Umsetzung nachhaltiger Lebensweisen. Daraus resultiert ein Spannungsverhältnis, das oft zu Verzweiflung oder Verdrängung führt. Das Projekt „rAuszeit“ will Schüler:innen in ihren Lebenswelten mit all ihren Fragen und Unsicherheiten begegnen, diese ernst nehmen und mögliche Antworten ausloten. Das geht durch Diskussionen im Klassenzimmer, aber auch ganz praktisch, indem wir die Natur selbst erleben und einen Umgang mit ihr erproben. Das ist ein Abenteuer – und alle wissenschaftlichen Ergebnisse zeigen, dass es sich sehr lohnt!

Wir finden, dass unser Religionsunterricht mit seinen pädagogischen Freiräumen und seiner Offenheit für alle Schüler:innen bestens geeignet ist, konkrete Handlungsalternativen für nachhaltigere Lebensweisen aufzuzeigen und diese gemeinsam auszuprobieren. Der Fokus liegt dabei auf der Nachhaltigkeitsstrategie der Suffizienz. Suffizienz stellt die Frage „Was brauchen wir wirklich?“ und verfolgt das Prinzip „weniger konsumieren und dafür besser leben“. Dafür gibt es bereits bewährte Konzepte, zum Beispiel Tage in der Natur, die Schüler:innen dazu herausfordern, einmal alles zuhause zu lassen und bewusst ohne Smartphone, Süßigkeiten usw. unterwegs zu sein. Es ist aber auch Platz für ganz neue Konzepte – vielleicht ja eines, das Du gerne (mit)entwickeln möchtest? Hast Du Lust? Dann stelle Dir einmal folgende Fragen:

  • Kommst Du gestärkt nach Hause, wenn Du Dich in der Natur bewegt hast?
  • Erlebst Du gerne Momente, in denen Du mit möglichst wenig Gepäck und am besten auch noch barfuß unterwegs bist oder möchtest diese bewusst öfter erleben?
  • Macht es Dir Spaß, mit Kindern und Jugendlichen, für die das alles noch abenteuerlich fremd ist, zu diskutieren und sie beim eigenen Ausprobieren zu begleiten?
    Wenn Du alle drei Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, bist Du hier genau richtig!
    Wie ist der weitere Weg?
  • Melde Dich bei: Henriette Oster henriette.oster@gemeinsam.ekbo.de
  • Erster Termin zum Kennenlernen und zur Einführung ins Projekt
  • Zusammenarbeit konkret besprechen & Honorarvertrag aufsetzen (Du kannst ein neues Projekt erarbeiten oder dich bei einem bewährten einbringen)
  • Erstes Kennenlernen einer Lerngruppe und die Durchführung des Projekts mit einer Lehrkraft
  • Eine Evaluation der Unternehmung ließe sich vertraglich vereinbaren (dies ist z.B. auch im Rahmen einer studentischen Haus- oder Abschlussarbeit möglich – wir begleiten Dich gerne dabei!)

Zeitlich festgelegt sind lediglich die Termine für das Kennenlernen und die Durchführung. Bei allen anderen Vertragsbestandteilen bist Du zeitlich sehr flexibel. Wir bieten Dir ein Honorar von 14,00 Euro pro Stunde an.

Wir freuen uns darauf, Dich kennenzulernen!
Das „rAuszeit“-Team

Das Projekt „rAuszeit“ bietet ausgearbeitete Konzepte für bereits getestete Projekttage in der Natur an, die von allen Religionslehrkräften selbstständig durchgeführt werden können. Gerne stellen wir euch unsere Konzepte vor und helfen euch dabei, sie durchzuführen. Der Tag ist dadurch ohne großen Aufwand für die Lehrkräfte und nahezu ohne Kosten für die Teilnehmenden realisierbar. Konkret bieten wir an:

• Einen Fortbildungstag, bei dem ein Tag in der Natur selbst erlebt werden kann
• Einen Leitfaden zur Planung der Unternehmung in Lerngruppen
• Einen Unterrichtsentwurf zur Vorstellung und Diskussion der Unternehmung
• Eine Liste möglicher Abenteuer-Bausteine zur Auswahl (z.B. erlebnispädagogische Gruppenspiele, gemeinschaftliches Essen, Impulse, Lagerfeuer …)
• Kontakte zu verschiedenen Orten, die besucht werden können
• Eine Packliste und ein Materialdepot
• Auf Wunsch Begleitung durch Studierende oder andere Religionslehrkräfte

UND GOTT DER HERR NAHM DEN MENSCHEN UND SETZTE IHN IN DEN GARTEN EDEN, DASS ER IHN BEBAUTE UND BEWAHRTE. – GEN 2,15

Ihre Ansprechpartnerin

rAuszeit (Foto: iStock)

Henriette Oster (zur Zeit in Elternzeit)
Projektbeauftragte für Bildung für nachhaltige Entwicklung
keine Telefonnummer?| henriette.oster@gemeinsam.ekbo.de

Stimmen zum Projekt

Seit 2019 führt unsere Schule mit Andreas Lindauer regelmäßige Projekte in der Sekundarstufe durch.

Dies sind zum Beispiel interreligiöse Begegnungen, Recherchen zu Menschen, die die Welt veränderten, Projekte zu christlichen Feiertagen oder zu Fragen zum Einfluss unseres Konsumverhaltens auf Umwelt und Klima. Im Frühjahr 2021 haben wir im Rahmen eines ganz besonderen Projekts Zeitzeug*innen getroffen, die sich zur Zeit der Friedlichen Revolution 1989 im kirchlichen Widerstand engagiert haben. Dieses Vorhaben war nicht nur wegen der schwierigen Umstände während der Coronapandemie etwas ganz Besonderes. Die Jugendlichen des 9. und 10. Jahrgangs haben sich auch intensiv mit der damaligen Lebenswelt ihrer Eltern auseinandergesetzt, Fragen entwickelt, Interviews geführt und die Erlöserkirche aufgesucht, woraufhin der Film „Zeit für Widerstand“ entstanden ist.

Benjamin Melzer (Montessori Oberschule Potsdam)

Ich habe gelernt,

dass das Thema Nachhaltigkeit ein sehr wichtiges Thema ist, das ein Teil unseres späteren Lebens beeinflusst. Außerdem denke ich, dass jeder einen kleinen Teil zur Nachhaltigkeit beitragen kann, um mit kleinen Fortschritten voranzukommen.

Schülerin

Die Zusammenarbeit mit Andreas Lindauer ist eine große Bereicherung für unsere Schule.

Seine religionspädagogischen Projekte greifen zentrale Fragen unserer Zeit auf – friedliches Zusammenleben, Nachhaltigkeit, Verantwortung – und bringen sie auf eine Weise in die Schule, die ganz im Sinne der Montessori-Pädagogik ist: erfahrungsbasiert, partizipativ und lebensnah. Seine Arbeit ermöglicht unseren Schüler*innen, eigene Zugänge zu religiösen und ethischen Themen zu entwickeln – nicht belehrend, sondern entdeckend. In der Begegnung mit Kirchen, Moscheen, Synagogen oder Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Gesellschaft erleben sie Religion als etwas Lebendiges, Vielfältiges und Persönliches. Das passt wunderbar zu unserem Anspruch, junge Menschen zu selbstwirksamem und verantwortlichem Handeln zu befähigen.

Sebastian Raphael, Schulleiter, Montessori Oberschule Potsdam

Fotos …

  • Foto: Christine Schleinitz
  • Bilder vom Projekt „Miteinander – wir bauen eine Stadt!“

Bilder von den Projekten „Miteinander – wir bauen eine Stadt!“ und „Nachhaltigkeit – Verantwortung für alle(s)!“ (Klasse 9).